KoubikChöre - nonstop Highlight

In der Fricktaler Chorlandschaft ist eine Evolution im Gange, die recht erfolgreich Tradition und Moderne in Einklang zu bringen vermag. Die KoubikChöre unter der Leitung von Andreas Koubik jedoch revolutionieren den Chorgesang und setzten neue Massstäbe, wie sie vergangenen Sonntag anlässlich ihres Konzertes „Klang- und Surfwelten“ im Saalbau in Stein eindrucksvoll demonstrierten.

Das Repertoire der KoubikChöre ist nicht über eine Leiste zu ziehen, mal wiegt sich die Zuhörerschaft in einer Oper, mal in einem Musical, mal in einem Oratorium, mal in einer Unterhaltungsshow, mal in einer Messe oder mal gar im Himmel. Kurzum - die KoubikChöre sind so vielseitig wie die Musik selber. Zusätzlich umrahmen sie ihren Gesang mit einem stimmungsvollen Bühnenbild, dezenten, bemerkenswerten Videoclips und mit kleinen, aber bestechenden Showelementen.

Highlights

Was die rund zwei Dutzend Sängerinnen und Sänger auf die Bühne bringen, ist schlichtweg professionell und mit einigen Stücken wie zum Beispiel „The Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel oder Nenas „Wunder gescheh`n“ vermögen sie sogar die Originale in den Schatten zu stellen. Nein, das Auditorium erlebte am vergangenen Sonntag nicht bloss ein, sondern durchs Band weg nur Higlights.

Chaotisch

Dabei startete die Show eigentlich recht chaotisch. Als das Konzert beginnen sollte, war die Bühne menschenleer. Was die „Frau für alle Fälle“ - wie Eveline Berger auf der HP der KoubikChöre umschrieben wird - für das Publikum hörbar, zur Verzweiflung brachte. War daher erfreut, für den Fall, dass alle Stricke reissen, als Ersatzchor die Freaktal Singers entdeckt zu haben. Zusätzlich musste die stressgeplagte Frau auch noch eine Angelika ausfindig machen, um ihr gemäss Auftrag einen Geburtstagsstrauss übergeben zu können. Und so kam es, dass nicht die KoubikChöre, sondern das Plenum mit dem Happy Birthday das Konzert eröffnete, womit ein allfällig vorhandenes Eis gebrochen war.

Und plötzlich, wie aus heiterem Himmel waren sie da. Die verstreut im Publikum gesessenen Sängerinnen und Sänger erhoben sich von den Sitzen, begaben sich an die Seitenwände, „ermahnten“ währenddem Eveline Berger singend „Frag nicht“ und brachten damit, zum ersten, aber nicht zum letzten Mal die Haut des Publikums zum Kribbeln.

Botschaften

Eindeutig, der Klangwelt fühlt sich der Chor zugetan, mit der Surfwelt hat er jedoch wenig am Hut. Das heisst, anfänglich waren auch die SängerInnen frenetische Smartphonenutzer und davon überzeugt, mit der ganzen Welt vernetzt sein zu müssen.

Doch liessen sie sich von ihren eigenen, teils humorvollen, teils ernsthaften Liedern davon überzeugen, dass die sogenannten „sozialen Medien“ (Social Media) alles andere wie sozial sind und, dass selbst abertausende von Facebook-Freunden auch nur einen leibhaftigen, wahren Freund nicht zu ersetzen vermögen. Dies ist ein weiteres Novum der KoubikChöre, sie haben auch Botschaften zu vermitteln.

Epidemisch

Auffällig die Präzision des Chores, das Larifaritum hat hier keinen Platz. Die Lieder werden mehrheitlich auswendig gesungen, jede Note sitzt, kein Wort wird, selbst bei hohen Tempis, verschluckt, alle wissen wann welche Bewegung zu tun ist und trotzdem haben sie sichtliche Freude am Singen und vermögen mit ihrem Glücksgefühl auch das Publikum anzustecken. Die KoubikChöre geben alles ohne - und das ist wesentlich - sich dabei zu verausgaben.
Ebenso zu beeindrucken vermag die in Obermumpf wohnhafte Sandra Zurfluh mit ihren graziösen, athletischen, temperamentvollen Tanzeinlagen.

Tourneereif

Klar, vor dem heimischem Publikum aufzutreten sichert zum Teil den Applaus, die KoubikChöre indes brauchen die Fremde nicht zu fürchten, das, was sie in Stein boten, wäre reif genug für eine Tournee. Noch beschränken sich die Sängerinnen und Sänger jedoch auf drei Konzerte und geben das letzte am kommenden Sonntag, 29. März 2015 um 15.00 Uhr im Pfarreisaal der kath. Kirche in Tiengen bei Waldshut.

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